Freitag, 15.11.2019 20:28 Uhr

Rückblick - Fliegertreffen Hahnweide

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Kirchheim unter Teck (D), 20.10.2019, 00:01 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 4573x gelesen
Mustang P-51D, Hahnweide 2019, Kirchheim unter Teck
Mustang P-51D, Hahnweide 2019, Kirchheim unter Teck  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Kirchheim unter Teck (D) [ENA] Nach 2016 haben sie es wieder geschafft. Ein Oldtimer Fliegertreffen auf die Beine zu stellen, dass zu einer der größten Veranstaltung dieser Art in Europa zählt. Die Fliegergruppe Wolf Hirth und zahlreiche fleißige Hände lieferten dem Publikum den Zauber alter Zeiten.

Wie gewohnt war wieder das Segelfluggelände *Hahnweide* in Kirchheim unter Teck in der Nähe von Stuttgart der Austragungsort der Veranstaltung. Drei Tage vom 13. bis 15. September 2019 das Mekka für Liebhaber alter Flugzeuge, die diesen Termin bereits seit Monaten sehnlichst entgegengefiebert haben. Wer sich nicht rechtzeitig um eine Unterkunft vom Freitag bis Sonntag gekümmert hatte, musste jeden Tag einen doch relativ weiten Weg und reichlich Zeit für die Anfahrt zur *Hahnweide* in Kauf nehmen. Denn mindestens 50.000 Besucher waren es auch dieses Jahr wieder, und viele Gäste, die sämtliche Hotels, Gasthöfe und Privatunterkünfte der näheren Region belegten.

Display-Flug AT-6, Walter Eichhorn mit Sicherheitspilot
Pilot: Walter Eichhorn (83 Jahre)
Preisträger: Living Legends of Aviation
Bleriot XI geflogen von Mikael Carlson
Die älteste Maschine im Flug-Display
Pilot: Mikael Carlson

Vereinsarbeit

Die Veranstaltung profitiert von Tagesbesuchern, die spontan und abhängig vom aktuellen Wetter ihren Besuch tätigen. Doch viele Stammgäste planen die Veranstaltungstage fest im Voraus, egal wie das Wettergeschehen sein wird. Die positive Entscheidung bezüglich der Wiederholung und einem neuen Veranstaltungstermin liegt immer wieder tatsächlich wie *Gold auf der Waage*. Zu viele Faktoren erschweren die Planungen der *Fliegergruppe Wolf Hirth e.V.* selbst bei der nun 18. Wiederholung des Fliegertreffens. Behördliche Auflagen mit dem resultierenden Sicherheitskonzept unter Einbindung von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sind nur ein Teil in den Planungen.

Ausreichend Freiwillige des ansässigen Vereins und der Partnervereine müssen sich finden. Dazu ist die gesamte Veranstaltung immer auch ein finanzielles Risiko. Viele Kosten fallen bereits weit zuvor an. Externer Parkdienst, Bus-Shuttle-Dienste, mehrere Tankwagen für ausreichend Kraftstoffreserven, Einzäunung des Geländes und der gesamte üppige Gastronomiebereich verursacht hohe Vorkosten ohne auch nur ein einziges *Eintrittsbändchen* verkauft zu haben. Die eingeladenen Piloten mit ihren Fluggeräten, dieses Jahr etwa 350 Teilnehmer, kommen aus allen Teilen Europas wie zum Beispiel neben Deutschland aus Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Norwegen, Schweden, Niederlande und England.

Fokker EIII Replica
Mikael Carlson im Cockpit seiner Fokker Dr.1
Fokker Dr.1
Klemm 35D
De Havilland Dragon Rapide DH89
North American OV-10B Bronco

Piloten mit internationalen guten Ruf

Die anreisenden Piloten mit ihren Oldtimerflugzeugen erwarten zu Recht, dass die anfallenden Kosten für Sprit der Präsentationsflüge einschließlich der An- und Abreise, der Unterbringung im Hotel und der Verpflegung während der drei Veranstaltungstage vom Gastgeber getragen werden. Die teilweise immens hohen finanziellen Aufwendungen für Wartung, Reparatur und Restauration der Oldtimerflugzeuge, um diese überhaupt flugfähig zu erhalten, tragen ohnehin die Betreiber der Maschinen. Dies sind Privatleute, Vereine und Stiftungen und bedürfen meist dem Sponsoring namhafter Firmen und Unternehmen. Der Betrieb von flugfähigen Oldtimerflugzeugen bleibt meist ein *Draufzahlgeschäft*, gepaart durch viel Sympathie und Freude an den alten Maschinen.

Perfekt wird diese Leidenschaft an den *Oldies* durch bekannte Piloten der Szene vorgeführt. Seit Jahren sind unter anderem Walter Eichhorn, Mikael Carlson, Wilhelm Heinz, Guido Voss, Dieter Gehling, Verena Dolderer, Hanko und Christian Streifeneder jeweils ein fester Bestandteil der Piloten des Oldtimertreffens *Hahnweide* in Kirchheim unter Teck. Dazu zählen auch die Piloten Kurt Tippl, Ewald Roithner und Martin Strimitzer vom Team *Blanix*, dem Segel-Kunstflugteam aus Österreich. Das Team *Blanix* sorgte auch am Freitag- und Samstagabend für *Gänsehaut pur*. Tagsüber füllte bei bestem Wetter der Motorensound von *Mustang* und *Yaks* und Co. den Himmel über der *Hahnweide*.

Yak 52
Yak 52
Moderator Bernd Pfähler (rechts) mit Gast Ulf Merbold (links)
Republic P-47D Thunderbolt
Republic P-47D Thunderbolt
P-47D Thunderbolt / Hispano HA-1112 Buchon

Momente mit Gänsehaut

Doch in den letzten Minuten bei einsetzender Dämmerung des Tages gehört die Aufmerksamkeit des Publikums den Segelfliegern aus Österreich. Losgelöst von ihren Schlepp-Flugzeugen gleiten nun die Segler Richtung Boden. Nach Sekunden der absoluten Stille ertönt über die Lautsprecheranlage der Klang vom *Wiener Walzer*. Der Formationsflug der beiden Segelflugzeuge beinhaltet Loopings, Rollen und *Spiegelflug* untermalt mit der Musik und optischen Einsatz von Pyrotechnik an den Flügelspitzen. Minutenlang kleben die Blicke am Himmel und verfolgen das Geschehen. Die Spannung löst sich durch tosenden Applaus des Publikums nach der Landung und Öffnung der Cockpit-Glashauben. Hier passt das Motto Augenweide - Ohrenweide - Hahnweide punktgenau.

Yak-9
Yak-11
North American AT-6D
Hawker Sea Fury T.20
Wilhelm Heinz mit Mustang P-51D
Yak-3

Drei Tage *Oldtimertreffen Hahnweide 2019* im September sind nun Vergangenheit. Drei Tage bei bestem Wetter und Stunden voller perfekter Präsentation alter Flugzeuge. Diese drei Tage spiegeln den Fleiß und die großartige Vorbereitungen der *Fliegergruppe Wolf Hirth e.V.* wider. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden für den gelungenen Event und der guten Unterstützung der Presseabteilung in meiner Tätigkeit der Berichterstattung. Wiederholung, auch im Namen vieler Besucher ausdrücklich erwünscht!

Dieter Gehling mit PZL 106 Kruk
Beech AT 11
Abbruch der Veranstaltung am Sonntag Nachmittag nach Kollision im Startvorgang mit vier Verletzten
Piloten: #1 Ewald Roithner, #2 Kurt Tippl / Martin Strimitzer
Red Bull Team Blanix
Piloten: Martin Strimitzer und Kurt Tippl
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