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Breitling Super Constellation

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt München (D), 03.04.2017, 14:30 Uhr
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Breitling Super Constellation
Breitling Super Constellation   Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

München (D) [ENA] Weltweit fliegen heute nur noch wenige Exemplare dieses Klassikers. Mit seinen vier Motoren mit Kolbenantrieb und ausgestattet mit einer Druckkabine war das Flugzeug ideal für die Bedienung von Flugrouten über den Atlantik. Der Verein SCFA mit seinem Sponsor Breitling hält diesen Typ flugfähig.

Der Verein SCFA (Super Constellation Flyers Association) wurde in Basel, Schweiz speziell mit dem Ziel gegründet, eine der wenigen noch flugfähigen *Super Connies* nach Europa zu überführen und entsprechend auf dem Kontinent zu präsentieren. Der Verein besteht aus einer bunten Mischung von Bord- und Flugzeugingenieuren, Piloten, Flugbegleitern, Managern von Fluggesellschaften und der Reisebranche, Handwerkern, Kaufleuten und Unternehmern, Ärzten, Lehrern und Computerspezialisten. Dazu noch eine Vielzahl an Fans und Enthusiasten. Diese Personen stemmen bis heute dieses einzigartige und ehrgeizige Projekt und den Traum an einem der schönsten Flugzeuge der 50iger Jahre am Himmel zu sehen.

Flugvorführung am Wolfgangsee
Markantes 3-teiliges Leitwerk
Highlight der Scalaria Air Challenge 2015

Überführung des Oldies von der Dominikanischen Republik

Einige hunderttausend an Schweizer Franken und Euros sind seit der Gründung des Vereins in das Projekt geflossen. Mit dem Hauptsponsor Breitling, einem weltweit bekannten Schweizer Uhrenhersteller konnte ein finanzstarker Partner mit eingebunden werden. Dabei war es ein insgesamt sehr langer und schwieriger Weg, der seit dem Kauf des Flugzeuges in der Dominikanischen Republik und der jetzigen Flugfähigkeit der Maschine zu bestreiten war. Zwei arbeitsreiche Monate wurden im dominikanischen Santo Domingo unter Aufsicht eines FAA (Amerikanische Bundesluftfahrtbehörde) zertifizierten Ingenieurs und eines ehemaligen Lockheed Flugzeugspezialisten investiert.

Mit der nun erhaltenen US-Luftfahrtregister-Eintragung konnte die *Connie* im November 2000 für Zwischenarbeiten nach Opa Locka, einem Flugplatz mit zahlreichen Wartungs- und Restaurierungsfirmen nahe der Millionenstadt Miami im amerikanischen Florida überführt werden. Im Januar darauf ging es für die eigentliche Restauration und Instandsetzung nach Avra Valley, Arizona. Die Arbeiten dort an der Maschine wurden von ehemaligen MATS-Connie Beschäftigten und einigen ausgesuchten und qualifizierten Mitgliedern des schweizerischen Vereins fortgeführt.

Satter Motorensound im Vorbeiflug
Abstellposition am Hangar-7 nach der Präsentation am Wolfgangsee
Der Propeller-Durchmesser von 4,60 Meter erfordert ein hochbeiniges Fahrwerk

Von Florida nach Arizona und Kalifornien

Mit den erforderlichen Arbeiten am Flugzeug sind das Team des *Military Air Transport Service = MATS* bestens vertraut, da dieser Flugzeugtyp Mitte der 50iger Jahren von der amerikanischen Luftwaffe verwendet wurde. Die bis zu diesem Zeitpunkt erbrachte Arbeitsleistung und die hohen finanziellen Aufwendungen führen jedoch nicht zur Bewilligung des langersehnten Flugtüchtigkeitszertifikat. Das Projekt scheint zu kippen. Letzte Hoffnung und Hilfe findet sich erst wieder mit einer Spezialfirma in Kalifornien.

Diese Firma in Camarillo hatte bereits erfolgreich eine Militärversion der Super Constellation mit allen erforderlichen Zertifikaten zur Flugtüchtigkeit restauriert und entsprechend dieses Exemplar für Präsentationen bei Flugshows in die Luft gebracht. Letztendlich gelang es dieser *Constellation Historical Society* die schweizerische nun auf den Namen *Star of Switzerland* getaufte Maschine zu zertifizieren und am 8.Mai 2004 landete nach einigen Tankstops und insgesamt etwa 32 Flugstunden tatsächlich der komplett restaurierte *Oldie* am Flughafen Basel. Somit findet das Projekt *Super Constellation* zu einem guten und glücklichen Ausgang.

Einige Sekunden laufen die Motoren mit höherer Drehzahl bei gezogener Radbremse
Satter Motorensound während der Startphase
Nur noch wenige Sekunden bis zum *Take-off* am Salzburger Flughafen

Das letzte große Propeller-Flugzeug vor dem Jet-Zeitalter

Für viele Luftfahrtfans und Enthusiasten ist die Lockheed Super Constellation das schönste bisher gebaute Verkehrsflugzeug überhaupt. Entscheidend für die Entwicklung und Bau dieses Flugzeuges waren die Erwartungen des Flugvisionärs *Howard Hughes* als Hauptaktionär seiner Fluggesellschaft *Transcontinental and Western Air* kurz TWA genannt. 1939 formulierte er seine Anforderungen bezüglich den Leistungsdaten eines neu zu bauenden, großen und modernen Verkehrsflugzeuges gegenüber dem amerikanischen Luftfahrzeughersteller Lockheed.

Kaum waren erste Vorserien-Modelle einer *Constellation* flugfähig, forderte der Zweite Weltkrieg die Einstellung jegliche weitere zivile Entwicklungen und Verbesserungen in diesem Flugzeugtyp. Erst mit Ende des Krieges und nun das Jahr 1950 schreibend, wurde die *Super Constellation* in der aktuellen und nun auch verbesserten Version ein Verkaufsschlager mit gesamt 597 Einheiten für den zivilen und militärischen Bereich. In der letzten Version mit Namen *Starliner* endete 1956 das Zeitalter des eleganten Vier-motorigen-Flugzeuges mit Kolbenantrieb.

Die Überquerung des Atlantiks mit Flugzeugen ausgestattet mit Jet-Triebwerken, der Beginn des sogenannten Jet-Zeitalters war nun die Zukunft aller großen internationalen Fluggesellschaften. Und hier war der amerikanische Flugzeugbauer Boeing mit seiner Bo 707/720 sofort mit einem leistungsstarken und komfortablen Flugzeugmuster zur Stelle und mischte die Karten im Transatlantik-Flugverkehr gründlich und neu. Und deshalb bereitet es so große Freude und fasziniert Jung und Alt, wenn dieses große und elegante Flugzeug *Lockheed Super Constellation C 1049* am Himmel erscheint, begleitet mit dem tollen Sound seiner Kolbenmotoren.

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