Donnerstag, 14.12.2017 05:03 Uhr

Breitling Sion Airshow 2017

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Sion-Sitten (CH), 01.10.2017, 00:13 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 5412x gelesen
Breitling Wingwalkers - Breitling Sion Airshow 2017
Breitling Wingwalkers - Breitling Sion Airshow 2017  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Sion-Sitten (CH) [ENA] Zuletzt im Jahr 2011 füllten Flugzeuge anlässlich der Breitling Sion Airshow den Himmel am Regionalflughafen Sion-Sitten im Kanton Wallis im Südwesten der Schweiz. Bei guten Wetterbedingungen konnte nun erneut vom 15.-17.September 2017 ein perfekt organisiertes Airmeeting stattfinden.

*Frecce Tricolori* Kunstflugstaffel
Mirage III-S
F-16 Falcon

Flugshows in Sion begleitet eine lange Tradition. Nach den Jahren 1982, 1986, 1997, 2001 und einer längeren Pause bis 2011 wurde ein aktuelles Datum mit 15. bis 17. September 2017 fixiert. Zuschauermengen von 100.000 wie in den 80er und 90er Jahren wurden nicht mehr erwartet und angestrebt. Mit einer Besucherzahl von 51.000 und entsprechend verkauften Zutrittskarten füllte sich das Veranstaltungsgelände recht gut. Geschätzte weitere 15.000 Zuschauer verfolgten die Flugdarbietungen von außerhalb des Flughafengeländes.

Pilatus PC-21
Curtiss P-40 Warhawk
*Solo-Display*
Start der *Breitling Wingwalkers*
Boeing Stearman
*Breitling Wingwalkers*
Akrobatik am Flügel
Anflug auf den Berghang
Vorbereitung Wendemanöver

Regionalflughafen in einer grandiosen Bergkulisse

Durch die exponierte Lage des Flughafens in der Weite des Rhone-Tals; umrahmt von hohen Bergen des exklusiven Skigebietes, zieht es eine Vielzahl von Zuschauern in die angrenzenden Berghänge. Bei guter Wetterlage erschließt sich für den Betrachter eine grandiose Bergkulisse gepaart mit extremen Flugeinlagen so mancher leistungsstarken Militärjets. Dabei zeigen einige Hersteller von Kampfjets gerne die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte in sogenannten *Solo-Displays*.

Eurofighter *Typhoon*

Für die schweizerische Luftwaffe steht ein baldiger Austausch ihrer älteren Kampfjets vom Typ *F-5 Tiger* bevor. Für den europäischen Anbieter *Airbus Group* und speziell derer *EADS Deutschland GmbH* und den beteiligten Einzelpartnern des Konsortiums ein idealer *Show-Act* des aktuellen Musters *Eurofighter-Typhoon*. Die extreme Wendigkeit und enorme Steigrate dieses Flugzeuges wurde gut präsentiert. Im Vergleich nahezu identisch mit dem Flugprogramm des *Gripen* des schwedischen Herstellers *Saab*. Abstriche des *Gripen* in der Leistungsfähigkeit sind dem *Single-Engine*-Antrieb geschuldet.

Dassault *Rafale*
Dassault *Rafale*
Dassault *Rafale*
Dassault *Rafale*

Atemberaubendes Solo-Display der *Rafale*

Deutlich mehr an extremen Flugmanövern zeigte die *Rafale* des französischen Herstellers *Dassault* im *Solo-Display*. Innerhalb von Sekunden durchflog die Maschine knapp unterhalb der Schallgrenze das enge Rhone-Tal. Dabei zog der Pilot seinen zweistrahligen Kampfjet in waghalsiger Nähe zu den Berghängen steil den Himmel empor und leitete mit hohen *g-Beschleunigungskräften* extrem kleine Kurvenradien ein. Im Cockpit ertönten bestimmt andauernde Kollisionswarner in Folge der extremen Nähe zu den Felswänden der über 2.000 Meter hohen Berge. Das Display beindruckte viele Zuschauer nachhaltig.

Mit weit weniger an Tempo nutzten auch die beiden Doppeldecker Typ *Boeing-Stearman* der *Breitling Wingwalkers* die gesamte Breite des Tals. Auf der oberen Tragfläche des Oldtimers stehend, winkten die beiden *Wing-Walkerinnen* im direkten Anflug zu den Berghängen den vielen Zuschauern zu. Beeindruckende Leistung der beiden Akrobatinnen am Flügel und deren Piloten im offenen Cockpit im Abflug der Programmteile dieser Show.

Frecce Tricolori
Aermacchi MB-339
Größte Staffel der Show
Frecce Tricolori
Display in den Landesfarben
Hawker *Hunter* Oldtimer

Kunstflugstaffeln mit Jets und Props

Ebenso wurde den Piloten der Kunstflugstaffeln höchste Präzision im Flugablauf und perfekter Darbietung des Flugprogrammes abverlangt. Durch ständig sich ändernde Windverhältnisse im engen Rhone-Tal wird auch manchem Profi bei einem Abstand bis zu drei Metern von Flügelkante zur Flügelkante des Nachbarn ein Höchstmaß an Disziplin und Konzentration abgefordert. Diese Nähe von bis zu drei Metern ist der Stolz der italienischen *Frecce Tricolori* auf Typ *Aermacchi MB-339* aber auch der schweizerischen *Patrouille Suisse* auf dem Flugzeugtyp *F-5E Tiger II* von *Northrop*. Die Staffel des *Breitling Jet Teams* fliegt *Aero L-39 Albatros* als größtes ziviles, nicht militärisches Kunstflugteam Europas in ebenfalls erstklassiger Qualität.

Fazit: Die herrliche Bergkulisse zeichnet diese Flugshow aus. Von Schweizer Gründlichkeit und Perfektion sind aber auch die organisatorischen Maßnahmen zum Ablauf der Veranstaltung. Weder die Anfahrt über die nahe Autobahn noch der spezielle Parkplatz für akkreditierte Medienvertreter mit Shuttle-Service zu einem der zahlreichen Zutrittsstellen sorgte für Barrieren oder Zeitverlust. Viele Zuschauer nutzten die Anfahrtsmöglichkeit per Zug mit eigenem Haltepunkt am Flughafen Sion-Sitten. Zu den *Online* gekauften Tickets hatte jeder Besucher die Möglichkeit, seine *Cashless-Karte* bereits bequem von Daheim mit einem Guthaben-Budget aufzuladen und entsprechend am Zutrittsportal entgegenzunehmen.

Patrouille Suisse
Northrop F-5 *Tiger*
Patrouille Suisse
P-3 Flyers Aerobatic Team
Pilatus P-3
Breitling Jet Team
Aero L-39 Albatros
Teil der Formation zieht Looping

Ob die bargeldlose Zahlung an den zahlreichen Verpflegungsständen für einen besseren Ablauf an den Ständen von Vorteil ist, kann bezweifelt werden. Bei der Rückgabe von Pfandbechern muss die Plastikkarte erneut mit einem Handscanner geladen werden. Zudem muss man sich stets merken, wieviel an Guthaben auf der Karte noch gespeichert ist. Oder man kontaktiert eines der vielen *Auflade-Stationen*. Nicht verbrauchtes Guthaben konnte man zeitlich begrenzt auf der Internetseite des Veranstalters auslesen und per SEPA-Überweisung abzüglich eines geringen Bearbeitungsentgeltes vergüten lassen.

Wer als Zuschauer die *besseren Karten* für das Gesamtprogramm von 120 Flugzeugen hatte, ist schwer zu entscheiden. Besucher des Veranstaltungsgeländes kamen in den Genuss der perfekten Infrastruktur des Platzes mit vielen Verpflegungsständen, Toiletten und zahlreichen Sitzgelegenheiten, teils mit Extra-Obolus für einen exklusiven Tribünen-Sitzplatz und ausreichend gebotene Schattenplätze. Oder als einer der vielen Zuschauer an den Berghängen mit weniger Parkmöglichkeiten durch von Polizeikräften gesperrten Straßenrändern zur Vermeidung von wilden Parken. Den Spaß an guten Bildern hatten bestimmt die Fotografen am Berghang und dem Licht im Rücken, vorausgesetzt die Kamera war mit einer langen Brennweite des Teleobjektives ausgestattet.

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