Freitag, 20.10.2017 14:19 Uhr

Airport-Days in Hamburg

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Hamburg (D), 01.10.2015, 06:16 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 6233x gelesen
Flugvorführung *Noratlas* -- Airport-Days Hamburg 2015
Flugvorführung *Noratlas* -- Airport-Days Hamburg 2015  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Hamburg (D) [ENA] Allein die Ankündigung dieses Luftfahrt-Events sorgte für positive Erinnerungen an vergangene Veranstaltungen am Flughafen Hamburg. Viele interessante Flugzeuge aus alten Zeiten aber auch moderne Jets. Der Sound von Kolbenmotoren und Triebwerken den ganzen Tag!

Die *Airport Days* am Wochenende vom 22. und 23. August 2015 vor den Hallen von Lufthansa-Technik am Betriebsgelände des Flughafens Hamburg. Ein Event, ausgerichtet für erwartete 100.000 Besucher. Als das größte Luftfahrt-Spektakel in Norddeutschland mit rund 100 Flugzeugen, vom modernen Düsenjet bis zum Oldtimer, einem attraktiven Rahmenprogramm für die ganze Familie und ganztägiger Abwechslung beschreibt die hauseigene Pressemitteilung des Flughafens Hamburg den Event.

*Noratlas* im Tiefflug über die Bahn
Im Nachgang das *Highlight* der Veranstaltung
Präsentation mit viel Abstand zum Zuschauer
Kurzer Flug der *Douglas DC-6* - Red Bull
Kurzer Rundflug der *Super Connie*
Eingerahmt duch Doppelzaun und Absperrband

Top-Veranstaltung zuletzt in 2007

Wer als Besucher der damaligen *Hamburg Airport Classics* in 2001 und 2003 oder den im Namen abgeänderten Event *Airport Days Hamburg* in 2007 live vor Ort erlebte, konnte mit einem Ticketkauf für 2015 eigentlich nichts falsch machen. Abwechslungsreiche Unterhaltung den ganzen Tag so die feste Erinnerung. Das Ticket für 2015 kostet für einen Erwachsenen 15,-- Euro als Tageskarte. Und obendrein gab es perfektes Sommerwetter mit heißen Temperaturen als kostenlose Zugabe. Entsprechend groß bereits der Andrang an Besuchern vor dem Eingang.

Warum man den Besuchern erst 20 Minuten später den Zutritt gewährte, abweichend mit der als zehn Uhr genannten Öffnungszeit, blieb unbeantwortet und ließ so manchen in der Sonne wartenden und schwitzenden Gast die Vorfreude etwas schmälern. Aber auch so einige Vertreter der Presse wunderten sich über die mangelnde Vorbereitung und Betreuung der Berichterstatter seitens der Veranstalter vor Ort. Der als Pressezentrum ausgewiesene Bereich entpuppte sich als kleiner Container. Keinerlei Möglichkeit für die Hinterlegung von Tagesgepäck oder Teile einer schweren Foto- oder Filmausrüstung.

Nur *Static-Display*: Douglas DC-3 *Airveteran*
Nur *Static-Display*: Yak-18T
Versteckt im halboffenen Hangar: Focke-Wulf Stieglitz
Transport-Flugzeug von Airbus: *Beluga*
Aufklärungsflugzeug: *Lockheed P-3C Orion*
Dornier Do-228 - German Navy

Nur wenige Flugvorführungen für ein Luftfahrt-Event

Und wir reden hier von einer Großveranstaltung und nicht von einem kleinen Flugplatzfest auf dem Lande. Normalerweise betreut man die Pressevertreter ausreichend, denn eine positive Berichterstattung über ein großes Luftfahrt-Event dämpft die Kritik von Gegnern bezüglich dem Sinn einer solchen Veranstaltung. Bei vergleichbaren Veranstaltungen wird dieses Potential einer positiven Presse nicht leichtfertig verschenkt. Und auf der Suche nach guter Organisation und Durchführung tat man sich allgemein recht schwer.

Als Zeitfenster für ein Flugprogramm wurde 12:45 bis 15:00 Uhr angekündigt. Bis ca. 14 Uhr war aber nichts in der Luft außer einem Helikopter für Filmaufnahmen. Ohne dem Schauflug einer *Super Puma* der schweizerischen Luftwaffe und der *Noratlas* als Oldtimer wäre dieser Programmpunkt nahezu ausgefallen. Die ebenfalls anwesende *Douglas DC-6* von *Red Bull* sowie die *Lockheed Super Constellation* von *Breitling* zeigten sich überaus zurückhaltend in ihrer Präsentation. Über die Lautsprecherdurchsagen wurde immer das schwierige Einbinden der Schauflüge in den nebenbei regulären Flugbetrieb des Flughafens erörtert.

Eurocopter *EC-135* - Bundeswehr
NATO Boeing E-3A *AWACS* etwas im Gegenlicht
Dornier Do-27 im schönen Licht am Spätnachmittag

Das *Static-Display* konnte nicht überzeugen

Die im sogenannten *Static Display* ausgestellten Flugzeuge verteilten sich über das gesamte Veranstaltungsgelände. Entweder eingezäunt als Einzelobjekt oder eng zusammengepfercht in der Reihe hinter einer Absperrung. Ein weiterer Höhepunkt der Flugzeugausstellung aus der Avisierung: die Premiere und Präsentation des Flottenzuwachses durch ein Langstreckenflugzeug Typ Airbus A330 von Eurowings. Tatsächlich ragte aber nur das Heck der Maschine aus der Halle. Ein Zutritt in die Halle war generell nicht möglich. Kommentiert wurde der Ausfall dieses Programmpunktes in der Moderation durch den Radiosender *NDR 90.3* und dem Media-Anbieter *Hamburg Journal live vor Ort* mit keinen einzigen Wort oder einer entsprechenden Erläuterung.

Bezüglich der gastronomischen Versorgung der Gäste gibt es nichts zu meckern. Die Preise für Getränke und Essen gerade noch erträglich. Die Möglichkeit schnell mal eine Toilette aufzusuchen oder sich mal von mitgeführtem Abfall zu befreien glich bereits einem Suchspiel. Erholsame Schattenplätze absolute Mangelware. Wer nach Stunden eine Zigarette rauchen wollte fand diese Möglichkeit erst am Ausgang wieder. Auffällig war der Umstand, dass bereits 90 Minuten vor Veranstaltungsende um 18 Uhr sich bereits deutlich die Reihen an Besuchern lichteten. Um 17:30 die doch peinliche Lautsprecherdurchsage, die Aussteller möchten mit dem Rückbau ihrer Stände doch noch warten.

Fazit: Eine tolle Veranstaltung in der Vergangenheit aber nicht in 2015. Ein Luftfahrt-Event mit stolzen Eintrittspreisen aber der Atmosphäre eines Rummelplatzes und nicht einer Flugveranstaltung oder gar dem angekündigten größten Luftfahrt-Spektakel in Norddeutschland. Vielleicht ahnten dies bereits die über 20.000 Besucher, die dieser Veranstaltung fernblieben. Aber es müssen auch erst die verbliebenen 80.000 Gäste für eine Fortführung der *Airport-Days in Hamburg* in Zukunft neu akquiriert werden. Oder man lässt es halt sein, wie meine persönliche Entscheidung nun getroffen ist, sollte ich von einer erneuten Veranstaltung von den *Airport-Days in Hamburg* hören. Das Potential einer positiven Presse wurde nämlich leichtfertig verschenkt.

In eigener Sache: Als freier Luftfahrt-Journalist akkreditiere ich mich stets vor einer größeren Veranstaltung. Der Wegfall der Zahlung des Eintrittspreises und die Betreuung ist dabei ein normaler Vorgang und Nebeneffekt. Aber Ziel der Akkreditierung ist ein möglichst freies Bewegen auf dem Veranstaltungsgelände. Gute bis optimale Bildaufnahmen sind meist das Resultat. Positive Eindrücke wie eine gute Organisation, Gestaltung und Durchführung des Events werden dabei im folgenden Bericht erwähnt, wie aber auch negative Situationen oder Begebenheiten. Dies ist meine Einstellung zu einer neutralen Berichterstattung. Ob akkreditiert oder nicht, bin ich zudem stets ein Besucher und Gast der Veranstaltung. Mit entsprechender eigener Meinung.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.