Donnerstag, 14.12.2017 05:02 Uhr

Air-to-Air am Bodensee

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Bodensee-Region (D), 01.12.2015, 00:07 Uhr
Presse-Ressort von: Andi Schmidt Bericht 7276x gelesen
Luft-zu-Luft-Aufnahme / -Region Bodensee-
Luft-zu-Luft-Aufnahme / -Region Bodensee-  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Bodensee-Region (D) [ENA] Diese Art von Flugzeugbildern kennt man aus Jahreskalendern. Fliegende Flugzeuge fotografiert aus einem anderen Flugzeug. Für ein ansprechendes Fotomotiv müssen viele Faktoren passen, vor allem ein möglichst perfektes Zusammenspiel zwischen Fotograf und Piloten.

Die Abbildung von Fluggeräten im sogenannten *Static-Display* am Boden erlaubt dem Fotografen alle Freiheiten die er braucht. Für die Wahl von Bildwinkel und passendem Abstand zum Objekt steht im Normalfall ausreichend Zeit zur Verfügung. Wenn die aktuelle Aufnahmesituation nicht gefällt, kann eventuell bereits 30 Minuten später die optimale Bildgestaltung stattfinden. Fotografien von Flugzeugen während der Start- oder Landephase oder im schnellen Überflug erfordern schon wesentlich schnellere Reaktionszeiten des Fotografen.

Pitts S-1S Special

Freihand-Aufnahmen mit relativ langen Verschlusszeiten

Sobald das Fluggerät mit beweglichen Teilen wie zum Beispiel einem Propeller oder Rotorblatt ausgestattet ist, beginnt der feine Abgleich mit der Verschlusszeit der Fotokamera. Ein stehender Propeller eines Flugzeuges während des Fluges irritiert den Betrachter ebenso wie ein stehendes Rotorblatt eines Hubschraubers in der Luft. Die leichte Andeutung der Drehbewegung der rotierenden Teile des Fluggerätes bei gleichzeitiger scharfer Abbildung des Objekts in der Gesamtheit des Bildes unterscheidet die Arbeitsweise der Fotografen. Der Unterschied zwischen einem *Schnappschuss* und einem geplanten und kreativen Bildes sind nun sichtbar.

Eine Vielzahl an weiteren Planungspunkten kommen bei der *Air-to-Air-Fotografie* hinzu. Bei der Foto-Session von befreundeten Fotografen anlässlich der *Do-Days* in Friedrichshafen im August des Jahres passte dies alles hervorragend. Die für den Fotografen interessanten Doppeldecker-Flugzeuge und die für diesen Zweck optimale einmotorige Cessna-182 als Foto-Plattform standen zur Verfügung. Die Geschwindigkeiten während des Fotofluges sollten nicht allzu starke Unterschiede aufweisen. Ein schneller Jet als Fotomotiv hätte die wesentlich langsamere Cessna in Sekunden hinter sich gelassen.

Christen Eagle II
Christen Eagle II

Briefing - Flugsicherheit

Vor dem Start zur Foto-Session erfolgte das sogenannte *Briefing* zwischen dem Piloten der Cessna und den Piloten der Doppeldecker-Formation. Nach Sichtung der Luftverkehrskarten wurde ein *Rendezvous-Punkt* vereinbart. Die Flugrichtung wurde von Süd nach Nord fixiert um die vorhandenen Lichtverhältnisse optimal nutzen zu können. Flughöhe und Fluggeschwindigkeit sowie der geplante Abstand zwischen den Flugzeugen wurden ebenfalls ausführlich besprochen. Der gesamte Ablauf des Foto-Fluges wurde der zuständigen Flugsicherung detailliert unterbreitet und entsprechend die erforderliche Bewilligung eingeholt.

Die als *Foto-Plattform*eingesetzte Cessna-182 ist für das Absetzen von maximal vier Fallschirmspringern speziell umgerüstet, das heißt, nur der fliegende Pilot hat einen Sitz und der Rest der Flugzeugkabine ist freier Raum. Gesichert sind wir insgesamt drei mitfliegenden Fotografen durch Klettergurte mit Anbindung mittels Karabinerhaken an den freien Kabinensitzschienen. Mit Erreichen der vereinbarten Flughöhe und des *Rendezvous-Punktes* wird die Flugzeugtür der Cessna-182 hochgeklappt.

Fotoaufnahmen bei 200 km/h

Tosender Lärm und starke Luftwirbel füllen schlagartig die Flugzeugkabine. Nun schiebt sich ein Doppeldecker nach dem anderen an die Cessna heran. Die Piloten stehen dabei in ständigem Funkkontakt. Feinabstimmung bezüglich der Geschwindigkeit und des Abstandes der Maschinen erfordern nun höchste Konzentration der Piloten. Als Fotografen fixieren wir uns auf das Fotomotiv. Teilweise verbleiben die Flugzeuge nur wenige Sekunden in einer optimalen Position. Alle geplanten Sequenzen des Foto-Fluges sind als Arbeitsziel erreicht und der Rückflug nach Friedrichshafen kann nun eingeleitet werden.

Fazit: Diese Art und Variante der Flugzeug-Fotografie hat mich immer schon bei Betrachtung von entsprechenden Bildarbeiten begeistert. An dieser Stelle mein herzlicher Dank an die beteiligten Fotografen bezüglich der Motivation und dem Zusammenspiel als Team-Player während des Fluges. Und natürlich ebenso mein Dank an die Piloten sowohl in der Cessna sowie in den Doppeldeckern für die sichere und professionelle Abwicklung des Fotofluges.

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