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Künstler Michael Coudenhove-Kalergi verstorben

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien, 13.01.2019, 13:32 Uhr
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Michael Coudenhove-Kalergi und Wien
Michael Coudenhove-Kalergi und Wien  Bild: Peter Markl

Wien [ENA] Wie seine Tochter Katharina bekannt gab, ist ihr Vater, der vielschichtige Künstler Michael Coudenhove-Kalergi im 81. Lebensjahr in Chigasaki in Japan verstorben. Die Trauerfeier in seiner Wahlheimat fand am 31. Dezember in Anwesenheit des österreichischen sowie des tschechischen Botschafters statt.

Der im April 1937 in Prag-Smichov geborene und in einem deutsch-tschechischen Haushalt aufgewachsene Michael Coudenhove-Kalergi war der jüngste Bruder der Buchautorin und Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi. Sein Onkel Richard war der Vater der Pan-Europa Bewegung. Mit familiären Wurzeln quer durch Europa und sogar bis nach Japan und die USA besuchte der Kosmopolit in großer Vielfalt Destinationen der Welt. Zahlreiche internationale Ausstellungen, Preise und Auszeichnungen begleiteten den Weg des multikulturellen Künstlers.

1945 landete er als Heimatvertriebener buchstäblich von einem Tag auf den anderen in Wien. Die Schule wechselte er oft. Das Kunst-Studium begann er 1952 an der Gewerbeschule für Kunst in Graz bei Rudolf Szyszkowitz. 1958 zog es den 21jährigen nostalgisch-romantischen Künstler zurück nach Wien. Er besuchte die Wiener Akademie der bildenden Künste bei Prof. Josef Dobrowsky. Sechs Jahre später präsentierte er erstmals einige Werke in der Galerie zur silbernen Rose. Hofrat Prof. Koschatzky bezeichnete seine Bilder als humorvoll und satirisch mit einer besonderen Note von Witz und Phantasie. Seine Malweise wurde dem Wiener Phantastischen Realismus zugeordnet.

Seit 1961 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Er beteiligte sich an fast allen Ausstellungen von Phantastischen Realisten und gehörte zu den bemerkenswertesten österreichischen Künstlern der damaligen Zeit. Das umfangreiche Oeuvre an Ölgemälden, Aquarellen, Federzeichnungen und Radierungen wurde mehrfach ausgezeichnet. Träume, Phantasien und Liebe zum Detail zeichnen seine Bilder aus. Es sind viele europäische Stadtansichten entstanden, darunter auch zahlreiche Auftragswerke prominenter Grazer, aber ebenso historische Motive. Doch immer ist der Hang zum Detail erkennbar. Besonders die Grazer Altstadt hatte es ihm angetan.

1968 wurde er Wettbewerbsieger für ein Grazer Mappenwerk mit Blättern von Kirchen und profanen Bauwerken. Außerdem profilierte er sich in einer Vielzahl von Einzelwerken und Bilderzyklen. „Großartig und phänomenal“, so urteilte damals Heribert Schwarzbauer. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. Michael Coudenhove-Kalergi schuf eine Hommage an Graz mit Darstellungen von Grazer Plätzen und Portraits der Grazer Jugend. Im Oktober 2003 verließ der Träger des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst Österreich und übersiedelte mit seiner Frau Miomi nach Japan. 2013 im Jänner zeichnete ihn der österreichische Botschafter in Tokio mit dem Berufstitel Professor aus. Er kam jedoch immer wieder, teils jahrelang nach Österreich zurück.

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